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Frühere Auswahl · 10. Oktober 2026

Sinusrhytmus erkennen

Sinusrhythmus erkennen – Vorschau
ONE MINUTE LEARNING · EKG-BASICS⏱ ca. 60 Sekunden Lesezeit

Sinusrhythmus erkennen

Kommt die Vorhoferregung aus dem Sinusknoten – und wird sie regelrecht übergeleitet?

Wichtigste Erkenntnisse
SINUSURSPRUNG

Die P-Welle entscheidet

Gleichförmige P-Wellen: positiv in I und II, negativ in aVR. Eine regelmäßige QRS-Folge allein genügt nicht.

NORMALE ÜBERLEITUNG

P → QRS im Verhältnis 1:1

Jeder P-Welle folgt ein QRS; vor jedem QRS steht eine P-Welle. Das PQ-Intervall bleibt konstant.

Sinusrhythmus in Ableitung II, 75 pro MinuteVier gleichförmige positive P-Wellen, jeweils vor einem QRS. PQ 160 Millisekunden; RR 800 Millisekunden. Synthetisches Lehr-EKG.II · Sinusrhythmus mit 1:1-Überleitung25 mm/s · 10 mm/mV · HF 75/minPPPPRR 800 msPQ 160 ms4 große Kästchen zwischen R-Zacken → 300 ÷ 4 = 75/min
Abb. 1 · Synthetisches Lehr-EKG, keine Patientenaufzeichnung. Blaue Kreise markieren die P-Wellen. Kalibrierung gilt bei Originalgröße des Rasters.
1
P zuerst suchenRhythmusstreifen II nutzen; Polarität im 12-Kanal-EKG kontrollieren.
2
PQ messen, Überleitung prüfenVom P-Beginn bis QRS-Beginn; normal 120–200 ms.
3
Frequenz separat benennen<60/min: Sinusbradykardie; >100/min: Sinustachykardie. Respiratorische Sinusarrhythmie kann unregelmäßig sein.
P-Polarität prüfen: positiv in II, negativ in aVRVergrößerte schematische P-Wellen: aufrecht in II, negativ in aVR. Keine kalibrierte Rhythmusaufzeichnung.P-Polarität: Hinweis auf SinusursprungIIP positiv ↑aVRP negativ ↓Vergrößertes Schema · bei unplausiblem Muster Elektrodenlage prüfen
Abb. 2 · Vergrößerte P-Wellen als Polaritätsschema; keine kalibrierte Aufzeichnung.
WISSENSCHAFTLICHE EVIDENZ · EKG-STANDARDS
60–100
/min · normaler Sinusrhythmus beim Erwachsenen
120–200
ms · normales PQ-Intervall

Etablierte diagnostische Konventionen, keine Therapieeffekte aus RCTs. P-Morphologie spricht für Sinusursprung; Überleitungsstörungen können gleichzeitig bestehen. [1–4]

PRAKTISCHE KONSEQUENZ
Regelmäßige P-Wellen? Jedes P mit QRS?

Auf jede P-Welle folgt ein QRS-Komplex, und vor jedem QRS-Komplex steht eine P-Welle. Sind die P-Wellen gleichförmig und typisch gepolt (positiv in I/II, negativ in aVR), liegt ein Sinusrhythmus mit 1:1-Überleitung vor.

⚠️ Fallstrick: Sinusrhythmus bedeutet kein normales Gesamt-EKG. AV-Block oder Schenkelblock schließen Sinusursprung nicht aus; Ischämiezeichen und klinische Instabilität separat beurteilen.
TAKE-HOME-MESSAGE

Sinus erkennst du an der P-Welle – Frequenz und Überleitung beurteilst du zusätzlich.

Wissenschaftliche Quellen anzeigen
ONE MINUTE LEARNING · NOTFALLMEDIZINStand: Oktober 2026 · Erwachsene